Für Unternehmen
Vertriebler finden: 6 Wege im Vergleich
Marcel Kremer7 Min. Lesezeit
Wenn du Vertriebler finden willst, kannst du Stellenanzeigen, Headhunter, Personaldienstleister, LinkedIn-Direktansprache, Empfehlungen oder spezialisierte Plattformen nutzen. Welcher Weg passt, hängt von der gesuchten Aufgabe und deiner Zeit für die Auswahl ab. Starte mit einem Hauptkanal und ergänze ihn gezielt, statt überall dieselbe Anzeige zu verteilen.
Kurz gesagt: Beschreibe zuerst die konkrete Vertriebsaufgabe. Vergleiche Suchkosten einschließlich deiner eigenen Arbeitszeit. Prüfe Verkaufskönnen mit einer Arbeitsprobe, auch bei empfohlenen oder vorgeprüften Kandidaten.
Stand: Oktober 2026.
Was musst du klären, bevor du Vertriebler suchst?
Vor der Suche brauchst du ein Aufgabenprofil, an dem du Bewerber tatsächlich messen kannst. „Kommunikationsstark und abschlussorientiert“ reicht dafür nicht.
Beschreibe lieber einen typischen Arbeitstag. Soll jemand vormittags potenzielle Kunden anrufen und Termine vereinbaren? Oder Angebote mit mehreren Entscheidern besprechen und den Preis verteidigen?
Ein Setter qualifiziert Interessenten und vereinbart Verkaufstermine. Ein Closer führt Verkaufsgespräche mit qualifizierten Interessenten und arbeitet auf den Abschluss hin. Beide Rollen brauchen Gesprächssicherheit, aber du musst unterschiedliche Fähigkeiten prüfen.
Kläre vor dem Suchstart:
- Welche Kunden und welche Leistung betreut die neue Person?
- Gewinnt sie selbst Kontakte oder übernimmt sie bereits interessierte Anfragen?
- Welche Aufgaben soll sie nach der Einarbeitung allein übernehmen?
- Welche Vorerfahrung braucht sie zwingend, und was kannst du ihr beibringen?
- Welche Vergütung und welches Arbeitsmodell bietest du an?
Beim letzten Punkt hilft dir der Ratgeber zur Gehaltsspanne in Stellenanzeigen für den Vertrieb. Kandidaten sollten früh erkennen können, wie sich Fixum und variabler Anteil zusammensetzen.
Prüfe außerdem, ob wirklich eine zusätzliche Vertriebsstelle fehlt. Sitzt dein Team überwiegend an Angebotspflege und internen Rückfragen, kann Entlastung sinnvoller sein. Diese Entscheidung behandelt der Ratgeber mehr Vertriebler einstellen oder das Team entlasten.
Vertriebler finden: Was kosten die sechs Wege und wie lange dauern sie?
Die Kosten bestehen je nach Suchweg aus Gebühren, Honoraren und eigener Arbeitszeit. Die Dauer hängt davon ab, ob passende Kandidaten erreichbar sind und wie zügig du die Auswahl betreust.
Eine feste Besetzungsfrist lässt sich aus dem Suchkanal allein nicht ableiten. Ein vorhandenes Profil kann ein Gespräch beschleunigen. Ob die Person wechseln möchte und wann sie anfangen kann, ist damit noch offen.
| Suchweg | Kosten und eigener Aufwand | Was die Dauer bestimmt | Typisches Risiko |
|---|---|---|---|
| Stellenanzeige | Je nach Kanal Anzeigenkosten sowie Zeit für Sichtung und Gespräche | Reichweite, Bewerbungseingang und deine Reaktionszeit | Viele Bewerbungen, aber wenig passende Erfahrung |
| Headhunter | Vereinbartes Honorar sowie Zeit für Briefing und Auswahl | Recherche, persönliche Ansprache und Wechselbereitschaft | Ein ungenauer Suchauftrag führt zu unpassenden Vorschlägen |
| Personaldienstleister | Vergütung nach Leistungsumfang und Vertragsmodell | Verfügbare Kandidaten oder eine neu gestartete Suche | Die Vorauswahl prüft Lebensläufe, aber kaum Verkaufskönnen |
| LinkedIn-Direktansprache | Eigene Recherchezeit, gegebenenfalls kostenpflichtige Werkzeuge | Antworten auf Nachrichten und konsequentes Nachfassen | Ein überzeugendes Profil wird mit passender Leistung verwechselt |
| Empfehlungen | Interner Aufwand, gegebenenfalls eine Empfehlungsprämie | Passende Kontakte und deren Wechselinteresse | Persönliche Nähe verdrängt die Eignungsprüfung |
| Spezialisierte Plattform | Anbieterabhängige Gebühren sowie Zeit für die Auswahl | Passende Profile, Interesse an deiner Stelle und Gesprächstermine | Profile oder Prüfverfahren passen nicht zu deinen Anforderungen |
Bewerte einen Kanal nach geeigneten Gesprächen, nicht nach der Menge an Kontakten. Wenn dein Vertriebsleiter ständig Bewerbern erklären muss, dass die Stelle Neukundenansprache verlangt, ist die Suche zu ungenau.
Wann passt eine Stellenanzeige?
Eine Stellenanzeige passt, wenn du die Aufgabe verständlich beschreiben und Bewerbungen selbst bearbeiten kannst. Kandidaten brauchen genug Informationen, um sich bewusst für oder gegen die Stelle zu entscheiden.
Schreibe deshalb hinein, woher die Kontakte kommen. „Du vereinbarst telefonisch Ersttermine mit neuen Geschäftskunden“ ist klarer als „Du baust unseren Kundenstamm aus“. Nenne auch das Produkt und die Gesprächspartner auf Kundenseite.
Die Kosten entstehen durch mögliche Anzeigenschaltungen und deine Auswahlgespräche. Der Bewerbungseingang bleibt dabei ungewiss. Eine veröffentlichte Anzeige liefert keinen verlässlichen Einstellungstermin.
Das Risiko liegt vor allem in einer unscharfen Beschreibung. Wer Kundenbetreuung erwartet und erst im Gespräch von täglicher Neukundenansprache erfährt, hat andere Vorstellungen von der Stelle. Diesen Unterschied solltest du vor der Bewerbung sichtbar machen.
Lege außerdem fest, wer Bewerbungen sichtet und geeignete Personen kontaktiert. Wenn jede Rückmeldung erst die Freigabe der Geschäftsführung braucht, verlängerst du den Prozess selbst.
Wann lohnt sich ein Headhunter für den Vertrieb?
Ein Headhunter sucht und kontaktiert Kandidaten gezielt im Auftrag deines Unternehmens. Dieser Weg kann passen, wenn du ein enges Anforderungsprofil hast und geeignete Personen selbst kaum erreichst.
Das betrifft beispielsweise eine Vertriebsleitung mit Erfahrung in deinem Kundensegment. Auch bei erklärungsbedürftigen Produkten kann eine gezielte Suche sinnvoll sein. Entscheidend bleibt, welche Anforderungen wirklich nötig sind.
Gib dem Headhunter konkrete Suchkriterien. Hat die Person selbst verkauft oder hauptsächlich ein Team geführt? Kennt sie lange Kaufentscheidungen mit mehreren Beteiligten? Ein passender Jobtitel beantwortet diese Fragen nicht.
Lass dir vor der Beauftragung erklären, welche Leistungen das Honorar umfasst und wann Zahlungen fällig werden. Kläre auch, wie Kandidaten geprüft werden. Die Konditionen ergeben sich aus dem jeweiligen Angebot.
Recherche und Ansprache brauchen Zeit. Anschließend muss eine geeignete Person überhaupt wechseln wollen. Auch bei externer Vorauswahl bleibt die Einstellungsentscheidung bei dir. Plane deshalb eine eigene Arbeitsprobe ein.
Wann ist ein Personaldienstleister die richtige Wahl?
Ein Personaldienstleister kann die Kandidatensuche und Vorauswahl übernehmen, wenn deinem Unternehmen dafür Kapazität fehlt. Prüfe den genauen Leistungsumfang, denn die Bezeichnung allein sagt wenig über die Arbeit aus.
Die Begriffe Personalvermittlung und Headhunting werden nicht immer einheitlich verwendet. Frage deshalb konkret: Sucht der Anbieter aktiv nach deinem Profil? Oder stellt er überwiegend Personen aus einem bestehenden Kandidatenpool vor?
Ein vorhandener Pool kann den Einstieg erleichtern. Er hilft dir aber wenig, wenn du jemanden für telefonische Neukundengewinnung brauchst und hauptsächlich Kundenbetreuer vorgeschlagen bekommst.
Lass dir den Auswahlprozess erklären. Welche Vertriebsaufgaben werden abgefragt? Wird nachvollzogen, welchen Teil eines Verkaufs die Person selbst verantwortet hat? Eine reine Prüfung der Unterlagen beantwortet das nicht.
Vergleiche Preise nur bei vergleichbarem Leistungsumfang. Die Weitergabe eines Kontakts ist eine andere Leistung als eine aktive Suche mit ausführlichen Auswahlgesprächen. Die Dauer hängt entsprechend davon ab, ob passende Personen bereits verfügbar sind oder erst gesucht werden müssen.
Wie findest du Vertriebler über LinkedIn-Direktansprache?
Bei der LinkedIn-Direktansprache recherchierst du passende berufliche Profile und kontaktierst die Personen selbst. Das passt, wenn du relevante Vertriebsaufgaben im Lebenslauf erkennen kannst und regelmäßig Zeit für die Suche reservierst.
Beginne mit einer überschaubaren Auswahl. Suche nach Aufgaben, die deiner Stelle ähneln, statt nur nach Titeln wie Sales Manager. Hinter demselben Titel können Neukundengewinnung, Bestandskundenbetreuung oder Führungsverantwortung stecken.
Deine Nachricht braucht einen nachvollziehbaren Bezug zum Profil. Nenne anschließend die Aufgabe und frage, ob ein Austausch infrage kommt. „Du würdest bei uns neue Geschäftskunden für erklärungsbedürftige Software gewinnen“ sagt mehr als „Wir bieten eine spannende Karrierechance“.
Die Kosten liegen vor allem in deiner Arbeitszeit. Dazu können kostenpflichtige Werkzeuge kommen. Ob daraus schnell Gespräche entstehen, hängt von den Antworten und deiner weiteren Betreuung ab.
Das größte Risiko ist, sich vom Profil beeindrucken zu lassen. Frage im Gespräch nach dem eigenen Beitrag: Wer gewann den Kontakt? Wer führte die Verhandlung? Wer brachte den Vertrag zum Abschluss?
Wie nutzt du Empfehlungen, ohne bei der Auswahl nachzulassen?
Empfehlungen können dir Kontakte zu passenden Vertrieblern öffnen. Nutze sie als Einstieg und prüfe empfohlene Personen genauso wie andere Kandidaten.
Frage dein Netzwerk nach einer konkreten Tätigkeit. „Kennst du jemanden, der selbst Geschäftskunden anspricht und Ersttermine vereinbart?“ ist leichter zu beantworten als „Kennst du einen guten Vertriebler?“
Die Suche verursacht keine externe Suchgebühr, sofern du keinen entsprechenden Dienst beauftragst. Interne Arbeitszeit bleibt trotzdem nötig. Eine mögliche Empfehlungsprämie solltest du vorab festlegen.
Zeitlich ist dieser Weg schwer planbar. Ein guter Kontakt kann gerade wechseln wollen oder auf absehbare Zeit zufrieden sein. Empfehlungen eignen sich deshalb als Ergänzung, wenn du nicht allein auf dein Netzwerk warten möchtest.
Frage den Empfehlenden, woher er die Person kennt. Hat er deren Verkaufsgespräche gehört oder kennt er sie vor allem privat? Sympathie liefert noch keinen Beleg für passende Vertriebsleistung.
Wann passt eine spezialisierte Plattform wie Salently?
Eine spezialisierte Plattform kann passen, wenn du gezielt Vertriebsprofile erreichen und die Auswahl selbst übernehmen möchtest. Entscheidend ist, welche Kandidaten dort vertreten sind und wie deren Fähigkeiten geprüft werden.
Salently ist ein Marktplatz für geprüfte Vertriebler im DACH-Raum und eine Möglichkeit neben den anderen Suchwegen. Vertriebler absolvieren einen Wissenstest und ein Verkaufsgespräch mit einem KI-Kunden. Hinzu kommen vom Team geprüfte Nachweise.
Unternehmen veröffentlichen Stellen. Passende Vertriebler werden per E-Mail informiert und können Interesse zeigen. Anschließend kann das Unternehmen die Kontaktdaten freischalten.
Die Unternehmenspakete kosten monatlich 149 Euro netto für zwei Freischaltungen, 249 Euro für vier oder 399 Euro für acht. Die Mindestlaufzeit beträgt drei Monate. Eine Provision bei Einstellung fällt nicht an. Weitere Informationen findest du für Unternehmen und unter Preise und Pakete.
Der Marktplatz ist keine Personalvermittlung und kein Headhunter. Brauchst du jemanden, der in deinem Auftrag gezielt Personen anspricht und die Suche betreut, passt ein entsprechender Dienstleister besser. Auch geprüfte Fähigkeiten beantworten noch nicht, ob jemand dein Produkt überzeugend verkaufen kann.
Wie prüfst du, ob ein Vertriebler wirklich passt?
Vergleiche Kandidaten anhand derselben Anforderungen und einer realistischen Arbeitsprobe. So erkennst du eher, wie jemand verkauft, als durch ein frei geführtes Bewerbungsgespräch allein.
Lass dir zuerst einen früheren Verkaufsprozess erklären. Woher kam der Kontakt? Welche Gespräche führte die Person selbst? Wie ging sie mit Einwänden um? Frage nach, bis ihr eigener Anteil klar ist.
Danach folgt eine kurze Übung mit einem fiktiven Kunden. Ein Setter soll im Erstgespräch herausfinden, ob ein weiterer Termin sinnvoll ist. Ein Closer kann mit einem Kunden sprechen, der vor der Entscheidung einen Preisnachlass verlangt.
Lege vorher fest, worauf du achtest. Klärt die Person den Bedarf? Fragt sie bei unklaren Antworten nach? Vereinbart sie einen passenden nächsten Schritt? Gib anschließend einen Hinweis und lass sie einen Gesprächsteil erneut versuchen.
Sorge für vergleichbare Bedingungen. Wer ausführliche Produktunterlagen erhält, hat einen Vorsprung gegenüber jemandem mit einer knappen Aufgabenbeschreibung.
Formuliere jetzt die Kernaufgabe deiner offenen Stelle in einem Satz und wähle dafür einen Hauptkanal mit einer passenden Ergänzung. Reserviere anschließend Zeit für Rückmeldungen und Arbeitsproben, bevor du die Suche startest.
Häufig gestellte Fragen
Wo finde ich gute Vertriebler?
Geeignete Suchwege sind Stellenanzeigen, Empfehlungen, LinkedIn-Direktansprache, spezialisierte Plattformen und externe Suchdienstleister. Wähle nach der konkreten Aufgabe und deinen Kapazitäten für die Auswahl. Der Kanal allein belegt noch keine Verkaufskompetenz.
Was kostet es, einen Vertriebler zu finden?
Je nach Suchweg fallen Anzeigenkosten, Plattformgebühren oder Dienstleisterhonorare an. Dazu kommt deine Arbeitszeit für Recherche und Bewerberauswahl. Vergleiche deshalb den Aufwand bis zu geeigneten Gesprächen statt nur den Preis eines Kontakts.
Wie lange dauert die Suche nach einem Vertriebler?
Aus dem Suchweg allein lässt sich keine feste Dauer ableiten. Anforderungen, Wechselbereitschaft und dein Auswahlprozess beeinflussen den Verlauf. Unterscheide außerdem zwischen dem ersten Kandidatengespräch und dem möglichen Arbeitsbeginn.
Wann sollte ich einen Headhunter für den Vertrieb beauftragen?
Ein Headhunter kommt infrage, wenn du besondere Erfahrung suchst oder selbst keinen Zugang zu geeigneten Kandidaten hast. Dafür brauchst du einen präzisen Suchauftrag. Kläre vorab Leistungen, Honorarbedingungen und die Art der Vorauswahl.
Kann ich Vertriebler ohne Personalvermittlung finden?
Ja, etwa über eine eigene Anzeige, persönliche Kontakte, Direktansprache oder einen spezialisierten Marktplatz. Dein Unternehmen übernimmt dann die Kommunikation und Auswahl weitgehend selbst. Plane dafür feste Zuständigkeiten und Gesprächszeiten ein.
Wie erkenne ich einen guten Vertriebler im Bewerbungsgespräch?
Frage nach selbst verantworteten Aufgaben in früheren Verkaufsprozessen und lasse dir das Vorgehen erklären. Ergänze das Gespräch durch eine zur Stelle passende Verkaufssituation. Bewerte alle Kandidaten nach denselben Kriterien, statt nur nach ihrem Auftreten.
Über den Autor
Marcel Kremer
Mitgründer & Vertriebscoach
Marcel coacht Vertriebler und Unternehmen in Verkauf und Verkaufspsychologie und gibt Seminare zu überzeugender Kommunikation.
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- 7 Min. Lesezeit
Auf Salently zeigen Vertriebler geprüft, was sie können. Du schreibst eine Stelle aus, passende Vertriebler melden sich bei dir.
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